Unsere Motivation:

Wir kommen aus den unterschiedlichsten Regionen, Ländern und Kontinenten, sprechen verschiedene Dialekte und Sprachen und außerdem studieren wir die unterschiedlichsten Fächer. Aufgrund unserer Erfahrungen haben viele von uns erlebt, wie es ist in einem Land aufzuwachsen, zu studieren oder zu leben, in dem man nicht geboren ist oder sich aus anderen Gründen fremd fühlt. Gerade für Kinder ist diese Belastung unheimlich groß.

In Deutschland kritisieren wir den starken Einfluss des sozialen Hintergrunds auf die Bildungskarrieren. Viele von uns kommen aus Ländern, wo es eher aus finanziellen und infrastrukturellen Gründen nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist, nach der Schule zu studieren. Deswegen bedauern wir, dass nicht alle Kinder in einem reichen Land wie Deutschland Chancengleichheit erfahren. Alle Kinder – unabhängig ihrer Eltern – müssen eine gute Chance auf eine Bildung haben. Unser Motto: Wenn es um Bildung geht, darf es keine Stände geben! Diese Situation ist uns vielleicht aufgrund unserer eigenen Erfahrungen oder Ursprünge besonders bewusst. Allerdings haben wir Studierende nur begrenzte finanzielle Möglichkeiten, um die Situation zu ändern. Wir haben aber Wissen und Kompetenzen (Kompetenz ist die Befugnis und das Recht etwas zu tun, passt hier weniger), um etwas zu bewegen. Die Investition unserer Zeit und Energie in das Leben eines Kindes macht sich bezahlt. Als Student haben wir wenig Zeit, aber wenn man den unheimlichen Erfolg beim Kind sieht, macht sich die Investition bezahlt. Wir wollen mehr Kinder mit Migrationshintergrund in die Universitäten bringen, denn wir betrachten dies als einen erheblichen Beitrag zur Bildung, Frieden und zu einem besseren Zusammenleben in unserer Gesellschaft.

Ablauf der Nachhilfe

  • Organisation 

Die Nachhilfe beginnt immer nach den Herbstferien, da mit jedem neuen Schuljahr neue Schüler Nachhilfe nehmen und auch neue Nachhelfer ihre Unterstützung anbieten. Diese beiden Gruppen müssen zusammengebracht werden.

Das ist gar nicht so leicht, da es nicht unendlich viele Nachhelfer gibt und jeder einen anderen Terminplan hat. Es ist auch nicht leicht zu entscheiden, welche Schüler Nachhilfe erhalten sollen. Und auch die Schüler haben noch andere Termine.

Wenn dann alle einen Termin gefunden haben, kann es losgehen. Ein paar Tage bevor die Nachhilfe startet, nimmt jeder Nachhelfer Kontakt zu seinen Schülern auf. Erstens, um sich vorzustellen, und zweitens, um sicher zu gehen, dass es auch wirklich losgehen kann.

Ab dann findet normal einmal in der Woche Nachhilfe statt. In Gruppen mit maximal zwei Schülern trifft sich der Nachhelfer meistens direkt nach der Schule in einem Klassenraum, der für uns aufgeschlossen wird.

Dort hilft der Nachhelfer dem Schüler dann bei den Hausaufgaben, stellt neue Aufgaben, erklärt Lösungen und diskutiert mit dem Schüler. Meistens ist es eine Stunde, die sich der Nachhelfer nimmt, um dem Schüler bei seinen Herausforderungen zu helfen. Häufig möchten die Schüler Hilfe in Mathematik – aber auch bei allen anderen Fächern können wir unterstützen 🙂

  • Ablauf einer Stunde

Der Ablauf einer Nachhilfestunde folgt keinen starren Regeln, sondern wird immer an die Bedürfnisse der Schüler angepasst. Das macht die Nachhilfe sehr flexibel und so kann gut auf aktuelle Themen eingegangen werden.

Am Anfang ist es natürlich interessant sich erst einmal kennen zu lernen. Neben dem tatsächlichen Stoff wird da natürlich auch über Privates gesprochen. Was sind die Lieblingsfächer, welche Hobbies, welche Freunde und Lehrer, welche Lieblingsfarbe hat der Schüler? Und was macht der Nachhelfer sonst? Wie alt ist er, wo wohnt er? Und wieso kann der so gut Mathe? Die Nachhilfe soll am besten auch noch ein bisschen Spaß machen und wenn man sich dann mal besser kennt, ist es ziemlich bald so, als würde man einen Freund treffen.

Ein Freund, mit dem man dann leider immer noch lernen muss. Wenn man sich aber mal kennen gelernt hat, machen die Hausaufgaben zu zweit schon viel mehr Spaß und das Lernen fällt auch leichter, wenn man etwas anhand von echten Beispielen erklärt kriegt. Oder die Vorbereitung für eine Klassenarbeit in der nächsten Woche muss noch abgerundet werden. Da ist es natürlich praktisch, wenn jemand da ist, der immer gleich alle Fragen beantworten kann. Ein neues schwieriges Thema lernt man auch oft besser, wenn es von verschiedenen Seiten erklärt wird. Und für das alles ist der Nachhelfer ja da!

Und wenn dann mal beide oder alle drei in Fahrt sind, kann eine Stunde schon wieder ziemlich wenig sein…